Logo der FCC Zertifizierung

FCC Zertifizierung

Ihr Zugang zum US-amerikanischen Markt

Marktzulassung für Geräte mit Funktechnologien in den USA

Um in den USA eine Marktzulassung für ein Gerät mit Funktechnologien zu erhalten, ist für jeden Hersteller eine FCC Zertifizierung des jeweiligen Gerätes notwendig. Eine Zertifizierung gemäß den Vorgaben der Federal Communications Commission (FCC) bedeutet primär eine Zulassung von Geräten mit Funktechnologien in den USA. Um den Zertifizierungsprozess für Hersteller in und außerhalb der USA effizienter zu gestalten, hat die FCC Telekommunikations-Zertifizierungsstellen (TCBs) benannt, die die Befugnis haben, im Rahmen der FCC Zulassung einen Antrag auf Zertifizierung zu stellen und zu erteilen.

Im November 2017 wurde ein aktualisiertes FCC Autorisierungsprogramm vorgestellt, welches sich bis zum 2. November 2018 in einer Übergangszeit befand. In dieser Übergangszeit besaßen beide Programme Gültigkeit.

Seit November 2018 gilt ein neues Autorisierungsprogramm für eine FCC Zertifizierung für den US-Markt.

Blick in die Abgeschirmte Halle für Regulatorische Funkprüfungen

Zertifizierung (Certification)

Muss durch ein akkreditiertes und anerkanntes FCC Labor erfolgen.

sDoC

Selbsterklärung, es ist kein FCC Labor notwendig. Die verantwortliche Person muss in den USA wohnhaft sein. Das FCC Logo ist nicht erforderlich, darf aber verwendet werden.

Eine Liste der Produktgruppen, für die das weniger aufwendige sDoC Verfahren verwendet werden kann, finden Sie in FCC Rule Part 15.101. Für alle weiteren Produktgruppen ist das das FCC Zertifizierungsverfahren mit einem akkreditierten und anerkannten FCC Labor vorgeschrieben.

Unsere Dienstleistungen

Wir sind als offizielles Labor bei der FCC akkreditiert und anerkannt und können somit alle relevanten regulatorischen Prüfungen durchführen, die für den Start des FCC Zulassungsprozesses notwendig sind. Neben den notwendigen Prüfungen können wir Ihnen mit unseren TCBs auch den Zertifizierungsprozess und somit eine komplette FCC Zulassung aus einer Hand anbieten.

Labor für EMV Prüfungen der Störaussendung und Störfestigkeit

Unsere akkreditierten Labore in Nordamerika und Europa verfügen über mehrere zugelassene TCBs und wir bieten die Prüf- und Zulassungsdienstleistungen nach allen FCC-Normen an. Hierzu zählen unter anderem:

  • FCC PART 22, 24 & 27 für GSM/WCDMA/LTE Geräte
  • FCC PART 15.247 für Bluetooth/WLAN 802.11 b/g/n (2.4 GHz)
  • FCC PART 15.407 für WLAN 802.11 a/n/ac (5 GHz)
  • FCC part 15.245 (902-928 MHz Band, ISM Bänder)
  • FCC PART 15.225 für RFID (13.56 MHz)
  • FCC PART 25 für Geräte zur Satelliten-Kommunikation
  • FCC PART 90
  • FCC PART 95
  • HAC Tests gemäß der FCC Vorgaben
  • DFS Tests für Geräte, die innerhalb der 5.25-5.35 GHz und 5.47-5.725 GHz Frequenzen operieren. (FCC PART 15 subpart E)
  • SAR Tests gemäß der FCC Vorgaben

Eine FCC Zertifizierung kann zudem als Grundlage für die Zulassung in vielen Ländern der Welt angesehen werden, da der zugehörige Testscope eine Vielzahl an lokalen Vorgaben abdeckt. Hierzu zählen unter anderem Mexiko, Chile oder Argentinien. Entgegen der weit verbreiteten Meinung ist eine FCC Zertifizierung für den US-amerikanischen Markt nicht gleichbedeutend mit einer Marktzulassung in Kanada. Für den kanadischen Markt ist eine Zulassung der Behörde ISED (Innovation, Science and Economic Development Canada) notwendig.

Fachwissen FCC Zertifizierung

Aus welchen Bestandteilen besteht ein FCC Zertifizierungsantrag?

Für unlizenzierte Geräte wie z. B. Bluetooth- oder WLAN-Produkte, Funkschlüssel etc. muss folgendes eingereicht werden:

  • ausgefülltes FCC Formular 731 (Antrag)
  • Kennzeichnung und Information zur Position der Kennzeichnung (Produkt-Label)
  • Blockdiagram
  • Funktionsbeschreibung
  • Schaltbild (Schaltplan, PCB Anordnung)
  • Benutzerhandbuch (einschließlich regulatorischer Hinweise für den Benutzer)
  • externe Fotos
  • interne Fotos
  • FCC Testbericht
  • Fotos des Testaufbaus
  • temporärer Vertraulichkeitsanforderungsbrief für FCC (sofern erforderlich) – Vertraulichkeitsanforderungsbrief (kurzfristig)
  • Vertraulichkeitsanforderungsbrief für FCC – Vertraulichkeitsanforderungsbrief (permanent)

Für lizenzierte Geräte, wie zum Beispiel Mobiltelefone wird zusätzlich noch folgendes benötigt:

  • SAR Testbericht, Fernfeldberechnungen (Sicherheit von Personen in elektromagnetischen Feldern)
  • Informationen zur Einstellung der HF Leistungsparameter (sog. Tune Up Dokument)
  • Bestückungsliste

Der Antrag inklusive der Dokumente in englischer Sprache müssen vom TCB an die FCC übermittelt werden.

Welche Arten der Zertifizierung gibt es bei der FCC?

  • Neuer Zertifizierungsantrag
  • Change in Identification
  • Class I Permissive Change – keine Zulassung notwendig, eine Art Selbsterklärung wenn Änderung keinen Einfluss auf die HF-Eigenschaften hat
  • Class II Permissive Change – Änderungen haben Einfluss auf HF-Eigenschaften
  • Class III Permissive Change – nur für Software gesteuerte Radio Geräte, sog Software Defined Radio (SDR); kommt sehr selten vor.

Gilt eine FCC Zertifizierung auch als Marktzulassung für Kanada?

Die Grundlage für eine Marktzulassung in Kanada ist die sogenannte ISED Zertifizierung. Die zuständige Behörde für die Funkzulassung in Kanada heißt Innovation, Science and Economic Development Canada (ISED). Die technischen Anforderungen für eine Marktzulassung von Produkten mit Funktechnologien sind in den meisten Fällen mit USA identisch und die Aufgaben des FCB für Kanada ist ähnlich wie die des TCB.

  • Dokumente werden zwar an ISED übermittelt, aber nicht auf der Webseite veröffentlicht. Falls keine Geheimhaltung beantragt wurde, können diese Dokumente nach entsprechender Abfrage eingesehen werden.
  • Im Gegenteil zu den USA ist zusätzlich zu der Zertifizierungsnummer ein Modellname oder die sogenannte „HVIN“ auf dem Label verpflichtend. Hinzu kommt, dass ein Vermarktungsname für jede Zulassung notwendig ist bevor die Zulassung auf der Webseite veröffentlicht wird.
  • Ohne einen lokalen Repräsentant (LR) ist eine Zulassung nicht möglich. Der LR muss bei der Behörde ISED registriert sein.

Reicht ein "vorzertifiziertes" Modul aus, um mein Gerät in den USA in Verkehr zu bringen?

Nein. In KDB 996369 D04 hat FCC klar definiert, dass zusätzliche Messungen am Hostprodukt durchzuführen sind (z. B. gestrahlte Störaussendungen, EIRP usw.).

Bei einem Full-modular Approval muss in Absprache mit dem Modulintegrator das Modul integriert werden. Der 15B Teil muss betrachtet werden und Zusatzmessungen für das Funkteil im Hostprodukt sind erforderlich, um die Konformität zu bestätigen. Anschließend kann ein SDoC-Verfahren vom Hostintegrator angewandt werden. In diesem Fall ist „Contains FCC ID“ zu verwenden. Alternativ kann das Hostprodukt über eine C2PC des Modulherstellers betrachtet werden.

Bei der Integration eines Moduls mit „limited modular“ Zulassung kann der Hostintegrator nur zwei Verfahren selbst durchführen 1) Change in ID für die modulare Zulassung + C2PC des Moduls oder 2) eine neue FCC ID des Hostproduktes anstreben.

Was versteht man unter „Contains FCC ID" und wie ist das Verfahren definiert?

Bei diesem Verfahren integriert man ein zertifiziertes Modul, ohne eine eigene Zulassung für das Hostprodukt durchzuführen. Das ist möglich, sofern alle Integrationsvoraussetzungen erfüllt sind. Wie bereits erwähnt, man muss einige Spot check Messungen laut KDB 996369 durchführen.

Was ist der Unterschied zwischen sDoC und Certification und kann ich als Hersteller wählen, welches Verfahren anzuwenden ist?

Generell müssen alle Sender + Scanning receiver zertifiziert werden. Die Produkte, die unter SDoC fallen, sind in §15.101 definiert. In vielen Fällen treffen beide Verfahren zu.

Wie sehen die Label-Anforderungen für die FCC aus? Welche Unterschiede gibt es bei „Contains FCC“?

Certification:

  • Eine FCC ID ist auf dem Produkt erforderlich (Ausnahme gilt nur, wenn E-Labelling angewandt wird). Siehe §2.925

sDoC:

  • Name und Model-Nummer müssen auf dem Produkt ersichtlich gemacht werden. Das FCC Logo kann optional hinzugefügt werden

SDoC und Certification:

  • Für Part 15 Geräte müssen Warnhinweise ins Handbuch eingetragen werden (siehe §15.19, §15.21, §15.105).
  • Je nach Rule oder Part gibt es auch besondere Warnhinweise für das Handbuch (siehe §20.21
    & §90.219 für Boosters).

Wie funktioniert die Zulassung für den nordamerikanischen Markt mit einer permanenten Roaming-SIM Karte? Was ist zu beachten?

Das spielt für die FCC Zulassung keine Rolle.

Man muss nichts machen, wenn man auf der Durchreise ist oder Produkte hat, die roamen, z. B. Container auf einem Schiff.

Wenn man sein Gerät in den USA mit einer Roaming SIM verkaufen möchte, muss man die Akzeptanz der US-Netzbetreiber einholen.

  • Die US-Netzbetreiber haben Tools, mit denen sie nach unbekannten Geräten suchen.
  • Einige überprüfen auch die FCC relevanten Störaussendungen (spot check: Oberwellen).
  • In der Praxis kennen aber die Roaming SIM ausgebenden Firmen die Randbedingungen (z.B. sollte das verwendete Funkmodule definitiv für den jeweiligen Netzbetreiber „gelistet“, also vorzertifiziert, sein und eine PTCRB Zertifizierung des neuen Gerätes wird häufig verlangt.). Oft gibt es außer dieser Listung keine oder nur wenige Anforderungen.

Ist die NOM-Zertifizierung für den Import von GPS-Ortungsgeräten nach Mexiko notwendig? Ist FCC ausreichend?

Eine FCC Zulassung ist nur gültig für die USA. Mexiko hat eigene Anforderungen. Seit 2016 gibt es eine MRA zwischen USA und Mexiko. Zurzeit stehen nur wenige Standards für die Anerkennung zur Verfügung:

https://www.nist.gov/system/files/documents/2020/04/20/2020_04_20_IFT%20NOMS%20%20Mexico%20Corrected.pdf

Es gibt keine Hinweise, ob die FCC Messungen für GPS in Mexiko anerkannt werden. In den USA sind allerdings GPS Empfänger Messungen für FCC nicht erforderlich, da die von den Anforderungen in §15B ausgenommen sind. Allerdings müssen die Geräte trotzdem §15.5 erfüllen.

Weitere Themen

Bleiben Sie auf dem Laufenden.
Der CETECOM™ Newsletter wird ca. 1x monatlich versendet. Keine ständigen Follow-up Mails. Nur ausgewählte Inhalte von unseren Experten.